Kernkraftwerke
Kernkraftwerke in Deutschland
Übersicht und Informationen

Die Geschichte der Kernkraftwerke in Deutschland beginnt mit der Inbetriebnahme des ersten kommerziellen Kernkraftwerks in Kahl am Main im Jahr 1962, einem Siedewasserreaktor mit einer elektrischen Leistung von 15 Megawatt. Dies markierte den Startschuss für die Nutzung der Kernenergie in Deutschland.
In den folgenden Jahrzehnten wurden zahlreiche Reaktortypen in Deutschland gebaut, darunter Druckwasserreaktoren, Schwerwasserreaktoren und Hochtemperaturreaktoren. Zu den bekanntesten zählen das Kernkraftwerk Obrigheim, in Betrieb genommen 1968 und stillgelegt 2005, sowie das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld, welches 1982 in Betrieb genommen wurde und bis Juni 2015 aktiv war.
Die Energiepolitik Deutschlands erlebte jedoch eine signifikante Wende nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 und verstärkt nach der von Fukushima im Jahr 2011. Diese Ereignisse verstärkten die öffentlichen und politischen Bestrebungen, aus der Kernenergie auszusteigen. Der endgültige Ausstieg wurde unter der Regierung von Angela Merkel beschleunigt, wobei beschlossen wurde, alle Kernkraftwerke bis spätestens 2022 stillzulegen. Diese Entscheidung wurde in der Öffentlichkeit breit unterstützt und führte zur Schließung der letzten aktiven Reaktoren.
Am 31. Dezember 2021 wurden die drei letzten in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke – Brokdorf, Grohnde und Gundremmingen C – abgeschaltet, was das Ende der kommerziellen Kernenergienutzung in Deutschland markierte.
Die Geschichte der Kernenergie in Deutschland spiegelt sowohl technologische Fortschritte als auch zunehmende Sicherheitsbedenken und einen starken gesellschaftlichen Wunsch nach erneuerbaren Energien wider. Mit dem Abschluss des Kernenergieausstiegs hat Deutschland einen entscheidenden Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Energiepolitik unternommen.